{"id":181,"date":"2006-07-01T12:00:36","date_gmt":"2006-07-01T10:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zreptil.de\/?p=181"},"modified":"2020-11-14T10:32:19","modified_gmt":"2020-11-14T09:32:19","slug":"diabetes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/2006\/07\/01\/diabetes\/","title":{"rendered":"Diabetes"},"content":{"rendered":"<p>Man lebt so einfach vor sich hin,<br \/>\nnur Spass und Fr\u00f6hlichkeit im Sinn.<br \/>\nMan bechert und man isst auch viel,<br \/>\nhat seinen eignen Lebensstil.<\/p>\n<p>Man hat zwar Zucker, doch was solls?<br \/>\nMan ist ja aus dem harten Holz,<br \/>\ndem niemals was passieren kann,<br \/>\nso l\u00e4sst mans schleifen dann und wann.<\/p>\n<p>Bis eines Tages man erkennt,<br \/>\ndass irgendwas das Leben hemmt.<br \/>\nMan f\u00fchlt sich schlecht und auch sehr schlapp,<br \/>\ngibt, was man eben ass, gleich ab,<br \/>\nerbricht auch alles, was man hat,<br \/>\ndie Gegend schwankt, man ist sehr matt.<\/p>\n<p>Du trinkst so viel wie ein Kamel,<br \/>\nDer Mund bleibt trocken, klebt wie Gel.<br \/>\nDu hast den Durst der Ewigkeit<br \/>\nkannst trinken, doch wirst nicht befreit.<\/p>\n<p>Nach einer Weile merkst Du dann:<br \/>\n\u201cDa komm ich selbst nicht gegen an\u201d<br \/>\nUnd rufst, obwohl es Dir nicht passt,<br \/>\nden Notarzt, der ans Hirn sich fasst<br \/>\nund ruft \u201cWas hast Du Dir gedacht?<br \/>\nLegst krank Dich hin, gesund erwacht?<\/p>\n<p>Du musst jetzt erst ins Krankenhaus,<br \/>\ndort treiben sie das Gift hinaus.<br \/>\nDa wissen sie, was Dir bekommt,<br \/>\nauch wenn\u2019s Dir zun\u00e4chst gar nicht frommt!\u201d<\/p>\n<p>Du bist gewohnt, nicht schwach zu sein,<br \/>\nund gehst doch auf die Hilfe ein,<br \/>\ndenn wenn sich um Dich dreht die Welt,<br \/>\ndas Auge nicht mehr scharf sich stellt,<br \/>\ndie Beine Dir den Dienst versagen,<br \/>\nDir schlecht ist, nicht nur tief im Magen,<br \/>\ndie Glieder schmerzen und Du schwankst,<br \/>\ndann ist\u2019s der Helfer, dem Du dankst,<br \/>\n(wenn Du das irgendwann mal kannst)<\/p>\n<p>Der Stolz der ist ein hohler Stamm<br \/>\nder Dich nie wirklich st\u00fctzen kann.<\/p>\n<p>Die Sanit\u00e4ter sind bald da<br \/>\nund fragen Dich \u201cNa, alles klar?\u201d<br \/>\nDu lehnst am Rahmen, schweissesklamm<br \/>\nund l\u00e4chelst sie noch freundlich an,<br \/>\nzu mehr fehlt Dir n\u00e4mlich die Kraft,<br \/>\ndie hast Du Depp dahingerafft.<\/p>\n<p>Du schwankst mit Ihnen durch die Nacht<br \/>\nWirst halb geschleift und halb gebracht.<br \/>\nDie Beine, ich erw\u00e4hnte sie?<br \/>\nDie sind aus Gummi, ohne Knie.<br \/>\nDein Magen rebelliert brutal,<br \/>\nGeschmack im Mund, mehr tot als schal,<br \/>\nDein Herz klopft wie ein Kolibri<br \/>\nder Puls er rast so wie sonst nie,<br \/>\nDu atmest stossweise und flach<br \/>\nkommst kaum noch mit dem Lufthol\u2019n nach,<br \/>\nder Schweiss rinnt kalt Dir aus den Poren<br \/>\nDu hast schon jetzt Gewicht verloren!<\/p>\n<p>Zum Krankenhaus gehts sehr geschwind,<br \/>\ninzwischen bist Du beihnah\u2019 blind.<br \/>\nDu wirst verlagert, umgelegt,<br \/>\nDu kriegst kaum mit, was Dir geschieht.<br \/>\nDu wirst entkleidet, keine Scham,<br \/>\nDu kriegst Katheder in den Arm.<br \/>\nAuch in den Hals und in die Blas\u2019<br \/>\n(oh glaubt mir nur,das ist kein Spass!)<\/p>\n<p>Doch alles das muss dringend sein,<br \/>\nman redet auch stets auf Dich ein:<br \/>\n\u201cJetzt zwickt es hier, jetzt piekst es da,<br \/>\nwie geht es Ihnen, sind Sie klar?\u201d<\/p>\n<p>Du liegst nur da und murmelst was,<br \/>\nbist ausgetrocknet, flehst um nass,<br \/>\ndoch keiner kann es Dir gew\u00e4hr\u2019n,<br \/>\ndie Niere h\u00e4tt\u2019 das gar nicht gern.<\/p>\n<p>Die Zunge klebt Dir tot im Mund,<br \/>\ndie Lippen spr\u00f6de, nicht gesund,<br \/>\nDu denkst \u201cVerdursten muss so sein\u201d<br \/>\nund hoffst, bald stellt sich Ohnmacht ein.<\/p>\n<p>Nach einer endlos langen Zeit<br \/>\nist eine Schwester doch bereit,<br \/>\ndie Lippen w\u00e4ssrig zu benetzen,<br \/>\nDu weisst das wirklich sehr zu sch\u00e4tzen.<br \/>\nEs hilft nur kurz, kaum da schon fort,<br \/>\ndoch Dankbarkeit das ist das Wort,<br \/>\ndas mit der Schwester ist verkn\u00fcpft<br \/>\nauch wenn sie aus dem Blick Dir h\u00fcpft.<\/p>\n<p>Du schl\u00e4fst nicht, so kommt es Dir vor,<br \/>\ndoch stimmt das nicht, wie ich erfuhr.<br \/>\nIch fragte nach Tablette \u201cSchlaf\u201d<br \/>\nDa hiess es nur \u201cDu schl\u00e4fst doch brav,<br \/>\ndas ist nicht n\u00f6tig, weiter so!\u201d<br \/>\nIch war ersch\u00fcttert aber froh.<\/p>\n<p>Nehm\u2019 ich doch nicht gern Drogen ein,<br \/>\ndenn mein Gehirn, das bleibt auch mein.<br \/>\nDoch leider nicht in dieser Zeit,<br \/>\nda war es Brei und nicht gescheit.<\/p>\n<p>Ich lag zwei Tage intensiv<br \/>\nich weiss nicht ob ich wirklich schlief,<br \/>\nes waren Tage ohne Zeit,<br \/>\nsie waren ewig, kurz und breit.<br \/>\nDas h\u00f6rt sich sehr verworren an,<br \/>\ndoch kommts kaum an die Wahrheit ran.<\/p>\n<p>Ich kam dann auf Normalstation<br \/>\nund hatte dort mein Bettlein schon,<br \/>\nden Tropf im Hals, das war nicht toll<br \/>\nauch wenn er mir bekommen soll.<\/p>\n<p>So nahm ich ihn denn immer mit,<br \/>\negal wohin ich dann auch schritt,<br \/>\nich schritt recht langsam mit Bedacht,<br \/>\ndamit das auch der Kreislauf macht.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wars Essen ziemlich schwer,<br \/>\nals ob es nur aus Steinen w\u00e4r,<br \/>\nich schluckte schlecht, es brannt\u2019 der Sod,<br \/>\nder Magen war noch klinisch tot.<\/p>\n<p>So bat um weiches Essen ich,<br \/>\ndoch auch noch das war widerlich.<br \/>\nNicht vom Geschmack, der war ok<br \/>\nes tat nur stets beim Schlucken weh.<\/p>\n<p>Die Pfleger halfen mir dabei<br \/>\nmit Pudding, Griessbrei, allerlei<br \/>\nso viel gepresst, wie es nur ging,<br \/>\ndoch der Erfolg war nur gering.<\/p>\n<p>Nach ein paar Tagen pl\u00f6tzlich dann<br \/>\nnahm ich die Nahrung wieder an<br \/>\nes tat nicht weh &#8211; oh welch ein Gl\u00fcck!<br \/>\nIch konnte essen jedes St\u00fcck.<\/p>\n<p>Danach war ich den Tropf auch los<br \/>\nich freute mich, das war famos!<br \/>\nEs ging mir besser jeden Tag.<br \/>\nDas ist es wie ich\u2019s Leben mag!<\/p>\n<p>Nun war ich wieder eingestellt,<br \/>\nauf Werte wie der Rest der Welt.<br \/>\nSo konnte ich zur T\u00fcr hinaus<br \/>\naus diesem schlimmen Krankenhaus.<\/p>\n<p>Ich muss von nun an besser testen<br \/>\nund mich nicht mehr mit S\u00fcsskram m\u00e4sten,<br \/>\nausgewogen mich ern\u00e4hr\u2019n,<br \/>\nwird nicht leicht, doch wird schon wer\u2019n.<\/p>\n<p>Ich hoffe sehr, mir bleibt bewusst,<br \/>\ndass ich der Krankheit folgen muss<br \/>\nund mich die Krankheit niemals fragt,<br \/>\nwas ich wohl f\u00fcr sie \u00fcbrig hab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man lebt so einfach vor sich hin, nur Spass und Fr\u00f6hlichkeit im Sinn. 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