{"id":432,"date":"2018-02-06T18:11:25","date_gmt":"2018-02-06T17:11:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zreptil.de\/?p=432"},"modified":"2020-11-14T10:31:41","modified_gmt":"2020-11-14T09:31:41","slug":"freestyle-libre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/2018\/02\/06\/freestyle-libre\/","title":{"rendered":"Diabetes &#8211; na wie geht es?"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Mein Diabetes und ich<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erhielt meinen Diabetes zum Jahreswechsel in das Jahr 1996. Zu der Zeit hatte ich keinerlei Ahnung, was Diabetes \u00fcberhaupt ist und mein Wissen darum begann damit, dass \u00e4ltere Menschen darauf achten m\u00fcssen, was sie f\u00fcr Wein trinken. Also nichts, was mir Sorgen machen musste, da der Alkohol und ich seit jeher einen Nichangriffspakt einhielten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider waren diese Informationen keine solchen, sondern Unwissenheit gepaart mit Desinteresse vereint unter dem Mantel der Dummheit. Ich durchlief dann verschiedene Stationen von Nicht-Wahrhaben-Wollen bis hin zur Akzeptanz und auch verschiedene Stufen der Diabetesbehandlung. Begonnen wurde mit einer ICT (Intensivierte konventionelle Insulintherapie), die nach l\u00e4ngerer Zeit und str\u00e4flicher Vernachl\u00e4ssigung meiner Messungen letztendlich in Folge einer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ketoazidose\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ketoazidose<\/a> dazu f\u00fchrte, dass ich einen neuen Begleiter namens Insulinpumpe erhielt. Mit dieser freundete ich mich nach anf\u00e4nglicher Skepsis (wie geht Schlafen, Duschen, Anziehen mit so einem Ding?) relativ schnell an und lebte fortan Seite an Seite mit ihr, st\u00e4ndig im Bem\u00fchen, ein wenig besser zu sein, als der Diabetes. Es funktionierte mal besser, mal schlechter, aber so einen Vorfall wie zu Beginn unseres gemeinsamen Weges gab es bisher nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was uns allerdings weiter begeleitete war die blutige Messung der inneren Werte. Zur Kontrolle und zur Berechnung der ben\u00f6tigten Insulinmenge war es n\u00f6tig, mehrmals am Tag, zumindest aber zu den Mahlzeiten, den Dolch zu z\u00fccken und einem Finger eine blutige Wunde beizuf\u00fcgen, deren Inhalt dann in ein Messger\u00e4t aufgenommen, analysiert, protokolliert und weiter verarbeitet wurde. Den Dolch nannten das medizinisch geschulte Personal &#8222;Lanzetten&#8220; und es gab Ger\u00e4tschaften, mit denen sich die erw\u00e4hnte Gewalttat in Grenzen hielt. Aber es war doch eine st\u00e4ndige Belastung der sonst relativ unbeschwerten Epidermis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang 2016 gesellte sich dann ein neuer Freund zu uns hinzu. Er hiess <a href=\"https:\/\/www.freestylelibre.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">FreeStyle Libre, kam von der Firma Abbott<\/a> und konnte die inneren Werte auf anderem Wege ans Tageslicht f\u00f6rdern. Zwar nicht ganz nichtinvasiv, aber daf\u00fcr war es deutlich seltener n\u00f6tig, das Fell zu l\u00f6chern, da er dort, wo er sich festbiss, 14 Tage sitzen blieb. Die Werte erhielt ich, indem ich ein Leseger\u00e4t in seine N\u00e4he brachte. Und mit N\u00e4he meine ich wirklich sehr nahe, bis hin zur liebevollen Ber\u00fchrung. Das war zwar ein sehr guter Schritt, aber ich wagte es noch nicht, den n\u00e4chsten zu tun, so dass ich diese Werte nur zur Information verwendete, aber nicht zur Therapie. Diese war nach wie vor den Werten der blutigen Schlachten auf den Fingerkuppen vorbehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor kurzem verk\u00fcndete mir meine Diabetesberaterin dann, dass es wahrscheinlich w\u00e4re, dass die Krankenkasse die ben\u00f6tigten Teststreifen f\u00fcr die blutigen Messungen nicht mehr sponsorn w\u00fcrde, wenn man so ein blutleeres Ger\u00e4t zur Verf\u00fcgung h\u00e4tte. Dabei kann ich zwar den Gedankengang nachvollziehen, denn die Kosten daf\u00fcr sind nicht unerheblich, aber auf der anderen Seite erschliesst sich mir nicht, wieso die Krankenkassen es dann nicht erlauben, die Werte, die unblutig zur Kenntnis gelangen als Basis der Therapie heran zu ziehen. Da scheint mir nicht richtig durchdacht zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nun gut, auch ich habe so meine Durchh\u00e4nger, wenn es um konsequentes Verhalten geht, also will ich es ihnen mal zugestehen. Allerdings habe ich f\u00fcr mich beschlossen, dass ich dann endlich versuche, eigene Erfahrungen zu sammeln und nicht mehr blind allem zu zu stimmen, was Gott Krankenkasse von ihrem Thron aus beschliesst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so wurde ich dann auf eine Gruppe aufmerksam, die unter <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/wearenotwaiting?lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">#WeAreNotWaiting<\/a> auf Twitter zu Gange waren, woraus sich ein Do-It-Yourself Ansatz f\u00fcr eine k\u00fcnstliche Bauchspeicheldr\u00fcse entwickelt hat. Diese Ansatz ist so dermassen DIY, dass sie jeden davor warnen, das zu versuchen, es sei denn, er weiss, was er tut und ist in der Lage seine Therapie selbstt\u00e4tig zu steuern. Eigenschaften, die vermutlich auf die meisten Langzeitdiabetiker zutreffen d\u00fcrften, da sie Tag und Nacht damit leben m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von der Industrie ist ja leider keine grosse Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Patienten zu erwarten, weil wir da eben keine Patienten, sondern Kunden sind. Und als solche sollen wir letztlich einer Firma immer die Treue halten, daf\u00fcr sorgen, dass unsere Krankenkasse ihre Gelder ausschliesslich in die Kasse des jeweiligen Herstellers umleitet und keine M\u00f6glichkeit haben, irgend etwas von der Konkurrenz zu verwenden. Dieses Gedankengut ist zwar weit verbreitet, eigentlich f\u00fcr jeden ordentlichen Kapitalisten auch nachvollziehbar, aber f\u00fcr Menschlichkeit, Mitgef\u00fchl und F\u00fcrsorge kann ich da leider keine Punkte vergeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deswegen ist die Bewegung der DIY-Patienten etwas, was ich durchaus unterst\u00fctzenswert und hilfreich finde. Es gibt heutzutage technische M\u00f6glichkeiten, die es einem erm\u00f6glichen, einen sogenannten Closed Loop herzustellen. Das heisst, der Zuckerwert wird ermittelt, aus den Daten dieses Wertes, dem Verhalten der Werte in der Vergangenheit und anderen Faktoren wird ermittelt, wieviel Insulinbedarf der K\u00f6rper hat, dem dieser Wert entsprang und im Anschluss daran wird die entsprechende Insulinmenge abgegeben oder eine Empfehlung ausgesprochen, etwas kohlehydrathaltiges zu sich zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Faktoren korrekt sind und die Ger\u00e4te fehlerfrei arbeiten, braucht da kein Mensch eingreifen und der K\u00f6rper kann fast wie ein K\u00f6rper ohne Diabetes funktionieren. Bisher ist so eine L\u00f6sung allerdings Utopie, weil es an einem durchg\u00e4ngigen System fehlt. Viele Hersteller arbeiten an so etwas, aber jeder kocht da sein eigenes S\u00fcppchen und es gibt soweit ich weiss keinen, der aktuell die Nase vorn hat. Und wenn es einen gibt, dann beh\u00e4lt der sein Wissen nat\u00fcrlich f\u00fcr sich, damit er den Zieleinlauf f\u00fcr die Krankenkassengelder ebnen kann und nicht die Konkurrenz. Wir warten also durchaus noch l\u00e4ngere Zeit, bis sich da was tut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber: <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/wearenotwaiting?lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">#WeAreNotWaiting<\/a>, wie das Hashtag so sch\u00f6n sagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also habe ich eines Morgens beschlossen, dass ich mich auch ein wenig in diese Richtung entwickeln m\u00f6chte. Ich ben\u00f6tige nicht unbedingt eine Closed Loop, aber ich wollte in den Looping einsteigen, um ein wenig mehr Komfort zu haben. Als erstes h\u00f6rte ich auf, den Blutzucker zu ermitteln und verwendete nur noch den FreeStyle Libre zur Messwertgewinnung. Da die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Basalrate\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Basalrate<\/a> meiner Pumpe perfekt lief, habe ich zun\u00e4chst mal einfach meine normalen Werte verwendet, um die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bolus_(Medizin)#Diabetes\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bolus-Berechnung<\/a> durchf\u00fchren zu lassen. Das lief auch ganz gut und so beschloss ich, den n\u00e4chsten Schritt zu wagen: Die Umwandlung eines FGM in ein CGM.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">FGM (Flash Glucose Monitoring) bedeutet, dass man selbst aktiv werden muss, um einen Wert zu ermitteln. Das ist zwar im Fall eines Sensors, der permanent am K\u00f6rper sitzt nicht schmerzhaft, aber es ist halt eine Unterbrechung anderer T\u00e4tigkeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">CGM (Continous Glucose Monitoring) ben\u00f6tigt keine Aktion mehr, sondern stellt die Werte st\u00e4ndig aktualisiert zur Verf\u00fcgung, so dass man sie nur anschauen, aber nicht mehr ermitteln muss und sogar beim \u00dcber- oder Unterschreiten bestimmter Grenzwerte benachrichtigt werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen habe ich das CGM laufen und lege in einem <a href=\"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/2018\/02\/06\/cgm-mit-freestyle-libre\/\">eigenen Beitrag<\/a> dar, wie ich das mit dem FreeStyle Libre erreicht habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Diabetes und ich Ich erhielt meinen Diabetes zum Jahreswechsel in das Jahr 1996. Zu der Zeit hatte ich keinerlei Ahnung, was Diabetes \u00fcberhaupt ist und mein Wissen darum begann damit, dass \u00e4ltere Menschen darauf achten m\u00fcssen, was sie f\u00fcr Wein trinken. Also nichts, was mir Sorgen machen musste, da der Alkohol und ich seit &#8230; <a title=\"Diabetes &#8211; na wie geht es?\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/2018\/02\/06\/freestyle-libre\/\" aria-label=\"Mehr zu Diabetes &#8211; na wie geht es?\">Weiterlesen &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"generate_page_header":"","footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-432","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-diabetes","infinite-scroll-item"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/432","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=432"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/432\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":584,"href":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/432\/revisions\/584"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=432"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=432"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zreptil.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=432"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}