Autofahren

Beim Autofahren gibt es viele
völlig grundverschied’ne Stile.
Der eine sitzt ganz bang am Steuer,
die Strasse ist ihm nicht geheuer.
Ein and’rer hat da kein Problem,
das Fahren ist ihm angenehm.

Die einen rasen, hupen, schneiden,
das können and’re gar nicht leiden.
Die bummeln fröhlich durch die Welt,
weil ihnen das viel mehr gefällt.

Doch eines, das ist allen klar:
„Es ist perfekt, so wie ich fahr‘!“

Der Raser hasst die Bummler sehr,
sie machen ihm das Leben schwer.
Er denkt: „Es ist doch sonnenklar:
im Bremsen, da liegt die Gefahr!“

Der Bummler mag die Raser nicht,
denn die sind schliesslich nicht ganz dicht!
Man muss doch vorsichtiger fahren,
da heisst’s Geschwindigkeit zu sparen.

So fährt ein jeder wie er kann,
es kommt ihm nicht auf and’re an.
Ich fahr‘ gemütlich, nachts mit Licht,
und ärg’re mich und and’re nicht.

Können

Der Vogel fliegt, der Panther rennt,
die Katze streunt, das Faultier pennt.
Der Eisbär friert, der Löwe brüllt,
der Grizzly fischt, die Wühlmaus wühlt.

So tut ein jeder, was er kann,
nur ich kann nichts, das kotzt mich an.

Diabetes

Man lebt so einfach vor sich hin,
nur Spass und Fröhlichkeit im Sinn.
Man bechert und man isst auch viel,
hat seinen eignen Lebensstil.

Man hat zwar Zucker, doch was solls?
Man ist ja aus dem harten Holz,
dem niemals was passieren kann,
so lässt mans schleifen dann und wann.

Bis eines Tages man erkennt,
dass irgendwas das Leben hemmt.
Man fühlt sich schlecht und auch sehr schlapp,
gibt, was man eben ass, gleich ab,
erbricht auch alles, was man hat,
die Gegend schwankt, man ist sehr matt.

Du trinkst so viel wie ein Kamel,
Der Mund bleibt trocken, klebt wie Gel.
Du hast den Durst der Ewigkeit
kannst trinken, doch wirst nicht befreit.

Nach einer Weile merkst Du dann:
“Da komm ich selbst nicht gegen an”
Und rufst, obwohl es Dir nicht passt,
den Notarzt, der ans Hirn sich fasst
und ruft “Was hast Du Dir gedacht?
Legst krank Dich hin, gesund erwacht?

Du musst jetzt erst ins Krankenhaus,
dort treiben sie das Gift hinaus.
Da wissen sie, was Dir bekommt,
auch wenn’s Dir zunächst gar nicht frommt!”

Du bist gewohnt, nicht schwach zu sein,
und gehst doch auf die Hilfe ein,
denn wenn sich um Dich dreht die Welt,
das Auge nicht mehr scharf sich stellt,
die Beine Dir den Dienst versagen,
Dir schlecht ist, nicht nur tief im Magen,
die Glieder schmerzen und Du schwankst,
dann ist’s der Helfer, dem Du dankst,
(wenn Du das irgendwann mal kannst)

Der Stolz der ist ein hohler Stamm
der Dich nie wirklich stützen kann.

Die Sanitäter sind bald da
und fragen Dich “Na, alles klar?”
Du lehnst am Rahmen, schweissesklamm
und lächelst sie noch freundlich an,
zu mehr fehlt Dir nämlich die Kraft,
die hast Du Depp dahingerafft.

Du schwankst mit Ihnen durch die Nacht
Wirst halb geschleift und halb gebracht.
Die Beine, ich erwähnte sie?
Die sind aus Gummi, ohne Knie.
Dein Magen rebelliert brutal,
Geschmack im Mund, mehr tot als schal,
Dein Herz klopft wie ein Kolibri
der Puls er rast so wie sonst nie,
Du atmest stossweise und flach
kommst kaum noch mit dem Lufthol’n nach,
der Schweiss rinnt kalt Dir aus den Poren
Du hast schon jetzt Gewicht verloren!

Zum Krankenhaus gehts sehr geschwind,
inzwischen bist Du beihnah’ blind.
Du wirst verlagert, umgelegt,
Du kriegst kaum mit, was Dir geschieht.
Du wirst entkleidet, keine Scham,
Du kriegst Katheder in den Arm.
Auch in den Hals und in die Blas’
(oh glaubt mir nur,das ist kein Spass!)

Doch alles das muss dringend sein,
man redet auch stets auf Dich ein:
“Jetzt zwickt es hier, jetzt piekst es da,
wie geht es Ihnen, sind Sie klar?”

Du liegst nur da und murmelst was,
bist ausgetrocknet, flehst um nass,
doch keiner kann es Dir gewähr’n,
die Niere hätt’ das gar nicht gern.

Die Zunge klebt Dir tot im Mund,
die Lippen spröde, nicht gesund,
Du denkst “Verdursten muss so sein”
und hoffst, bald stellt sich Ohnmacht ein.

Nach einer endlos langen Zeit
ist eine Schwester doch bereit,
die Lippen wässrig zu benetzen,
Du weisst das wirklich sehr zu schätzen.
Es hilft nur kurz, kaum da schon fort,
doch Dankbarkeit das ist das Wort,
das mit der Schwester ist verknüpft
auch wenn sie aus dem Blick Dir hüpft.

Du schläfst nicht, so kommt es Dir vor,
doch stimmt das nicht, wie ich erfuhr.
Ich fragte nach Tablette “Schlaf”
Da hiess es nur “Du schläfst doch brav,
das ist nicht nötig, weiter so!”
Ich war erschüttert aber froh.

Nehm’ ich doch nicht gern Drogen ein,
denn mein Gehirn, das bleibt auch mein.
Doch leider nicht in dieser Zeit,
da war es Brei und nicht gescheit.

Ich lag zwei Tage intensiv
ich weiss nicht ob ich wirklich schlief,
es waren Tage ohne Zeit,
sie waren ewig, kurz und breit.
Das hört sich sehr verworren an,
doch kommts kaum an die Wahrheit ran.

Ich kam dann auf Normalstation
und hatte dort mein Bettlein schon,
den Tropf im Hals, das war nicht toll
auch wenn er mir bekommen soll.

So nahm ich ihn denn immer mit,
egal wohin ich dann auch schritt,
ich schritt recht langsam mit Bedacht,
damit das auch der Kreislauf macht.

Zunächst wars Essen ziemlich schwer,
als ob es nur aus Steinen wär,
ich schluckte schlecht, es brannt’ der Sod,
der Magen war noch klinisch tot.

So bat um weiches Essen ich,
doch auch noch das war widerlich.
Nicht vom Geschmack, der war ok
es tat nur stets beim Schlucken weh.

Die Pfleger halfen mir dabei
mit Pudding, Griessbrei, allerlei
so viel gepresst, wie es nur ging,
doch der Erfolg war nur gering.

Nach ein paar Tagen plötzlich dann
nahm ich die Nahrung wieder an
es tat nicht weh – oh welch ein Glück!
Ich konnte essen jedes Stück.

Danach war ich den Tropf auch los
ich freute mich, das war famos!
Es ging mir besser jeden Tag.
Das ist es wie ich’s Leben mag!

Nun war ich wieder eingestellt,
auf Werte wie der Rest der Welt.
So konnte ich zur Tür hinaus
aus diesem schlimmen Krankenhaus.

Ich muss von nun an besser testen
und mich nicht mehr mit Süsskram mästen,
ausgewogen mich ernähr’n,
wird nicht leicht, doch wird schon wer’n.

Ich hoffe sehr, mir bleibt bewusst,
dass ich der Krankheit folgen muss
und mich die Krankheit niemals fragt,
was ich wohl für sie übrig hab.

Lebensweg

Der Lebensweg war manchmal schwer,
doch frage ich mich heute:
wenn wirklich alles einfach wär‘
wer schätzte dann die Freude?

Viele Menschen fragen sich:
Wo ist der Sinn des Lebens?
Was mach‘ ich hier und warum ist
mein ganzes Tun vergebens?

Sie sehen nicht, was sie erreicht,
was alles sie vollbrachten
Vielen fiel vieles nicht leicht
auch wenn Sie vorher dachten:

„Das packe ich. Das bring ich hin!
Das wäre doch gelacht!“
doch manches kann viel schwerer sein,
als vorher man gedacht.

Man müht sich ab, man strengt sich an,
vollbringt so manches Wunder,
doch wenn etwas nicht klappen will,
dann zieht das einen runter.

Hier sage ich: „Nur hoch den Kopf,
lass Dich nicht unterkriegen!
Denn wenn Du’s stets erneut versuchst,
wirst Du am Ende siegen.“

Woher ich’s weiss, wie ich drauf komm,
warum ist mir das klar?
Das Leben selbst ist nicht gemein,
und das ist sicher wahr.

Es ist gleichgültig bestenfalls,
manchmal gewogen Dir,
doch gegen Dich, das ist es nicht,
sonst wärest Du nicht hier.

Drum heb‘ den Kopf, sei frischen Muts,
komm mit der Welt ins Reine,
und schaffe was Du schaffen willst
mit Freund oder alleine.

Hilfe

Nicht wehrlos soll man Übles dulden,
soll nicht an Unheil sich verschulden,
soll anderen zu Hilfe eilen,
und nicht in Agonie verweilen.

Das ist ein schöner frommer Wunsch,
den wenige beherzen,
sie merken meistens nichts von dem,
was anderen bringt Schmerzen.

Wenn man die Augen offen hält,
sich etwas kümmert um die Welt,
und anderen zu Hilfe eilt,
wird Glück unter die Leut‘ verteilt.

Die Zeit

Die Zeit schleppt quälend langsam sich
mit Mühe nur dahin.
Ich warte hier im Park auf Dich,
wo ich alleine bin.

In zähen Schlieren tropft die Zeit
benimmt sich so wie Teer.
Doch seh‘ ich Dich nicht weit und breit,
Wann kommst Du endlich her?

Doch dann erscheinst Du wie gesagt.
Nicht ’ne Sekunde spät!
Wieso hat es mich so geplagt,
wie zäh die Zeit vergeht?

Wir reden viel und lachen mehr,
sind mit viel Spass dabei,
verstehn uns gut, mögen uns sehr.
Die Zeit spurtet vorbei.

Sie hat uns nicht einmal tangiert,
da ist die Zeit im Ziel.
Ich schau auf meine Uhr frappiert,
was ist das für ein Spiel?

Der Zeiger rast, wenn Spass man hat,
beim Warten schläft er ein.
Oh dieses blöde Ziffernblatt!
Das ist ja so gemein!

Das schwere Leben

Das Leben ist unendlich schwer,
man hat so viele Sorgen.
Man fragt sich beinah‘ jeden Tag
„Was passiert wohl morgen?

Werd‘ ich morgen glücklich sein,
wird morgen mir gelingen,
was mir bisher verweigert blieb,
an den erwünschten Dingen?“

Dabei vergisst man allzu leicht,
was man erreicht schon hat.
Man sagt „Es nicht sehr viel wert“,
der Glanz ist nur noch matt.

Doch wie war’s damals, als man sich
mit bangem Herzen frug:
„Erreiche ich (was jetzt erreicht),
ist abgefahr’n der Zug?“

Der Glanz ist weg, doch war er da,
als gerade frisch vollbracht,
was man zuvor zum Ziel erhob,
was man sich ausgedacht.

Es wiederholt sich dieses Spiel
an jedem neuen Tag,
weil jeder immer gerade das,
was er nicht hat, gern mag.

Doch wirklich glücklich wird nur der,
dem Tag um Tag gelingt,
dass er erkennt und wirklich schätzt,
was ihm das Leben bringt.

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