Die lieben Haustiere

Hund und Katze sind Personen,
die des Menschen Haus bewohnen.
Sie sind gleich, weil wir sie lieben
und doch beide grundverschieden.

Du darfst in Katzes Welt verweilen,
das Haus und Essen mit ihr teilen,
darfst sie pflegen und sie streicheln,
sie wird Dich manchmal gern umschmeicheln.

Der Hund wird Dir so lang am Leben
immer seine Treue geben,
wird Dir gehorchen, Dich verehren
und zu Deinem „Club“ gehören.

Der Hund der ist ein Rudeltier
besitzt Du ihn, gehört er Dir,
der Katze ist das einerlei,
besitzt Du sie, bleibt sie doch frei.

Schöne neue 3D Welt

In 3D sieht man die Welt,
ist man auf sich selbst gestellt.
Und im Film da geht das auch,
wozu man aber Brillen braucht.

Der Mehrwert bleibt beim Film verschwommen,
wenn die Brille abgenommen,
es stellt sich auch mal Kopfweh ein,
da muss ich nicht im Kino sein.

So habe ich für mich beschlossen,
Filme werden flach genossen.
Ist das Holodeck erfunden
werd ich 3D neu erkunden.

Freud und Leid

Der Winter hat mit kühlem Pinsel
die Welt in strahlend Weiss getaucht.
Dem Mensch ist kalt, man hört Gewinsel,
weil er das nun mal gar nicht braucht.

Doch mancherorts da hört man Jubel,
Freudenschreie, Fröhlichkeit,
das ist der Kinder Schlittentrubel
weil der Schnee die Kinder freut.

So ist bei vielem was wir sehen,
was uns erst als schlecht erscheint,
etwas was wir nicht verstehen
und andere in Freude eint.

Meine fleissigste Zeit

Ich zupf den Bass,
ich mäh das Gras,
ich kehr die Strass‘,
ich bin so krass!

Ich spiel die Harf‘,
ich sehe scharf,
ich deck Bedarf,
ich bin so brav!

Ich tanz Ballett,
ich mach das Bett,
ich säg das Brett,
ich bin so nett!

Ich helf dem Kind,
ich melk das Rind,
ich fang den Wind,
ich bin geschwind!

Ich laufe fort,
ich sieg im Sport,
ich geh an Bord,
ich bin ein Lord!

Ich fliege weit,
ich näh das Kleid,
ich lind’re Leid,
ich bin gescheit!

Ich denke schlau,
ich mache blau,
ich ruf Helau,
ich bin so rauh!

Ich mäh das Feld,
ich spar das Geld,
ich rett‘ die Welt,
ich bin der Held!

Ich wache auf,
ich seh mich um,
ich merke dann,
ich schlief … OH MANN!

Wachstum

Es fragt sich jeder Aktionär,
ob es denn nicht am Besten wär,
wenn seine Aktien gewönnen
und mit dem Wachstum bald begönnen.

Es glaubt auch gern die Firmenleitung
mit Blick auf Zeit und auch die Zeitung,
das Wachstum des vergangnen Jahres
bringt auch heuer sehr viel Bares.

Es reicht nicht nur Gewinn zu machen,
man lässt gern relativ es krachen,
denn der Gewinn wär absolut
doch nur in Relation wirds gut.

So sehen das zur Zeit die Raffer,
die Chefs, die Bosse, die Beschaffer,
die denen es um Geld nur geht,
weil nur mit Geld ihr Wohlstand steht.

Doch warum muss es Wachstum sein?
Warum reicht nicht Gewinn allein?
Hat niemals einer dieser Schlauen
die ständig sich ein Luftschloss bauen,
einen Ballon mit Luft beschickt
und war beim Platzen dann geknickt?

Jedes Wachstum endet mal,
weiterwachsen wird zur Qual,
immer mehr und mehr erreichen
schaffen nicht mal mächt’ge Eichen.

Drum schau nicht auf die Relation
nimm lieber die Absolution,
die ein Gewinn Dir geben kann,
denn Wachstum endet irgendwann.

Gottes Urlaub

Es war einmal vor langer Zeit,
da war’n die Menschen sehr gescheit.
Sie dachten viel, sie dachten gut,
und Gott erkannte – die sind klug!

Drum packte er sein Köfferlein,
(er war ja Gott, da ging viel rein)
nahm seinen Stock und seinen Hut
und machte Urlaub frohgemut.

Nach gar nicht mal so langer Zeit
kam er zurück und war bereit
zu kümmern sich um seine Welt,
sie hatte ihm doch sehr gefehlt.

So blickte er herab von oben,
sah manche Menschen ihn noch loben,
doch mehrheitlich war Zweifel da
ob Gott nicht doch erfunden war.

Das traf ihn sehr, er war betrübt,
wusste er doch, er war beliebt
vor gar nicht allzu langer Zeit.
War sein Geschöpf denn noch gescheit?

Wie kam der Mensch auf die Idee,
dass Gott ihm nicht zur Seite steh‘?
Warum war Gott nicht mehr der Star,
der er doch früher für ihn war?

Jetzt beten sie das Wissen an,
der Glaube der steht hintenan,
Und selbst die Führer in dem Glauben
scheinen and’re auszurauben.

Es geht fast nur um Macht und Geld,
es freut sich der, der beides hält.
Das ist der Glaube der besteht,
auch wenn die Menschheit untergeht.

Gott war auf einmal gramgebeugt,
das hat ihn wahrlich nicht erfreut.
Er weinte manche Träne gar,
weil er das Übel darin sah.

Er überlegte hin und her,
was denn jetzt wohl das Beste wär.
Sollte er strafen, oder lehren,
die Menschen von der Erde kehren?

Sollt‘ er die Erde wieder fluten,
um Böse, aber auch die Guten
von ihrem Angesicht zu fegen,
und starten mit ’nem neuen Eden?

Dann dachte er: „Das ist nicht drin!
Denn das war nicht in meinem Sinn,
als ich dem Mensch den Willen gab
frei zu entscheiden bis zum Grab,

was immer er für richtig hält.
Jetzt strebt er nur nach Macht und Geld,
will, dass die Welt um ihn sich dreht,
und predigt, was er nicht versteht.

‚Der Glaube ist nicht von Belang,
auf Wohlstand kommt es wirklich an!‘
Das ist die Rede dieser Leute,
die Leichtgläub’gen sind ihre Beute.“

Und da nun Gott den Willen ehrt,
der Freiheit jedem Mensch gewährt,
der die Geschöpfe glücklich macht
(so war zumindest es gedacht),

kam er für sich zu dem Entschluss,
dass jeder selbst erkennen muss,
was ihn von seinem Glücke trennt,
dem ständig hinterher er rennt.

Was ihm die Ruhe gibt im Leben,
sei es das Nehmen oder Geben,
sei es allein sein oder nicht,
sei es das Wollen oder Pflicht,

sei es sich nützlich zu erachten,
sei es Geschöpfe abzuschlachten,
sei es zu scheinen hart und rauh,
sei es zu gelten als sehr schlau,

sei es zu herrschen ungehemmt,
sei es zu bleiben and’ren fremd,
sei es nur einfach freundlich sein,
was man auch will, Gott findets fein.

Er lässt uns zweifeln oder glauben,
er will nichts geben oder rauben,
er ist kein Herrscher oder Sklave,
behandelt Böse so wie Brave.

Denn unser Streben, unser Wille
sei das, was unser Leben fülle.
Es ist die Freiheit uns’rer Wahl:
das Leben fruchtig oder schal.

Was wir für uns als gut ansehen
wird auch vor Gottes Blick bestehen.
Er wird nicht strafen oder loben,
er wird nicht jubeln oder toben.

Er wird uns stets die Freiheit geben
nach uns’rem Willen so zu leben,
wie wir es selbst uns ausgesucht,
es ist kein Segen oder Fluch.

Es ist nur einfach unser Leben,
unser Wollen, unser Streben.
Und das ist das, was Gott erfreu:
„Sei stets Du selbst und bleib Dir treu.“

Der Wind

Ich gehe raus, es windet sehr,
da frag’ ich mich: Wo kommt das her?
Ich gucke in der Gegend rum,
zwar nicht sehr schlau, doch auch nicht dumm,
und sehe sehr zu meinem Leid:
ich weiss darüber nicht Bescheid.

So nehme ich den Wind der kommt,
ich sehe schon, ob mir das frommt,
und tut er’s nicht, ist’s auch nicht schlecht,
so wie er kommt, so ist es recht.

Autofahren

Beim Autofahren gibt es viele
völlig grundverschied’ne Stile.
Der eine sitzt ganz bang am Steuer,
die Strasse ist ihm nicht geheuer.
Ein and’rer hat da kein Problem,
das Fahren ist ihm angenehm.

Die einen rasen, hupen, schneiden,
das können and’re gar nicht leiden.
Die bummeln fröhlich durch die Welt,
weil ihnen das viel mehr gefällt.

Doch eines, das ist allen klar:
„Es ist perfekt, so wie ich fahr‘!“

Der Raser hasst die Bummler sehr,
sie machen ihm das Leben schwer.
Er denkt: „Es ist doch sonnenklar:
im Bremsen, da liegt die Gefahr!“

Der Bummler mag die Raser nicht,
denn die sind schliesslich nicht ganz dicht!
Man muss doch vorsichtiger fahren,
da heisst’s Geschwindigkeit zu sparen.

So fährt ein jeder wie er kann,
es kommt ihm nicht auf and’re an.
Ich fahr‘ gemütlich, nachts mit Licht,
und ärg’re mich und and’re nicht.